The story of my life – von den (un)wichtigen und (nicht) dringenden Dingen im Leben

Gerade habe ich meine Predigt für nächste Woche fertiggeschrieben. Ich bin erleichtert. Heute habe ich nach etwas Vorarbeit letzte Woche nur 2,5 Stunden dafür gebraucht – ein neuer Rekord. Und trotzdem behaupte ich: Es hätte schneller gehen können. Warum? Weil ich mein Handy neben mir liegen hatte. Und zwischendurch Nachrichten aufgeploppt sind. Weil ich die dann beantworten wollte und weil ich noch dringend eine Mail schicken musste….

The story of my life. „Ich muss noch schnell…“, „Ich muss noch dringend….“ Was für eine Falle. Denn in diesen Sätzen sind zwei wichtige Begriffe versteckt, die mir eigentlich vor Jahren mal helfen sollten, mich zu fokussieren.
Das „Eisenhower Prinzip“ sollte mir helfen, meine To-Dos zu ordnen: Was ist wichtig? Was ist nicht wichtig? dann: Was von den wichtigen Dingen dringend, was nicht dringend? Was von den UNwichtigen Dingen ist nicht dringend und was dringend?

Irgendwie erscheint mir IMMER ALLES wichtig und dringend. Kein Wunder, dass ich in der Vergangenheit immer wieder an meine Grenze zur Überlastung kam.

So oft hatte ich das Gefühl erdrückt zu werden von den Aufgaben und den Menschen um mich herum. Dabei war ich selbst die, die sich erdrückte. Nämlich mit Verantwortung, die nicht meine war.

Heute Morgen war es meine Aufgabe und meine Zeit, diese Predigt zu schreiben. Ich musste den ganzen Vormittag erstmal nichts weiter tun. Es gab für mich neben Gebet, Worship und dem Aufschreiben meiner Gedanken und Recherche nichts, was dringender und wichtiger war. Und trotzdem habe ich immer wieder Dinge, die wichtig aber nicht dringend waren, eingeschoben: Hier schnell antworten. Da noch was schreiben. Die Mail noch lesen….und schon war der Fokus weg.

Im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass das ganz oft selbst in meiner Aufgabe in der Kirche passiert. Dieses Denken „unser Auftrag ist es, in die GANZE Welt zu gehen und den MENSCHEN zu erzählen, wer dieser Gott ist“, kann einen ganz schön überfordern. Zwar stimmt dieser Auftrag aus Matthäus 28,18, aber dieser Satz wurde ja nicht nur EINEM einzigen Jünger gesagt. Er wurde einer ganzen GRUPPE gesagt und etwas später kann man in der Apostelgeschichte nachlesen, dass sie sich aufgeteilt hatten. Manchmal sogar mit unterschiedlichen Sichtweisen, wenn man sich Paulus und Petrus anschaut. Jeder hatte seinen eigenen Bereich, seinen eigenen Weg, seine eigene Zielgruppe und sogar auch eigene Aufträge bzw. Autorität (Petrus hatte zum Beispiel von Jesus die Vollmacht zum Binden und Lösen von Dingen im Himmel und auf der Erde bekommen. Das hatte sonst niemand explizit bekommen.)

Im letzten Jahr habe ich gesehen, wie viele Leute sich Aufgaben und Verantwortungen von anderen zu ihren eigenen machen und somit ihren Fokus für ihre eigene Aufgabe verlieren und ihrem eigenen, individuellen Auftrag dadurch gar nicht mehr nachkommen.

Bist du auch so jemand, der aufsteht und etwas tut, weil es kein anderer macht? Auch hier: The story of my life: Im Klassenzimmer liegt Müll auf dem Boden. Der Levi hat den da mal wieder liegen lassen, nachdem er mit dem zerknüllten Papierball auf Lara geschmissen hat. Der Lehrer kommt rein, bittet darum, dass „JEMAND“ den Müll in den Mülleimer bringt. Levi denkt nicht mal dran sich zu rühren. Wer steht auf ùnd macht es? ICH.

Im Leben und auch in der Kirche habe ich so oft Situationen im letzten Jahr bemerkt, wo es genau so lief. Und bitte nicht falsch verstehen: ES BRAUCHT MENSCHEN, die voran gehen. Es BRAUCHT Menschen, die eine Gruppe zusammenhalten und Verantwortung übernehmen.

Was ich aber sagen möchte: So oft lassen wir uns von UNSEREN Aufgaben und von den Dingen, die Gott uns aufs Herz legt, wo er uns Leidenschaft für gibt, ablenken, weil wir denken, wir müssen doch noch da gebraucht werden oder dort helfen oder uns um diese dreißig Personen auch noch kümmern. Die Menschen brauchen doch Hilfe. JEMAND muss doch etwas tun. Und dabei verlieren wir unseren individuellen Auftrag, das, wo nur ICH gebraucht werden kann von diesem Schöpfer Gott, das verlieren wir aus den Augen. Weil wir nicht mit ihm drüber reden, sondern einfach anpacken. Hier und da und überall. Weil alles dringend und notwendig ist.

Ja, es gibt viele Baustellen in unserem Leben, in dieser Welt. Es gibt viel zu tun. Es gibt Nöte, es gibt Menschen, wo wir etwas tun können und auch sollen. Die Frage ist aber: Checken wir ab, ob es DRINGEND, NOTWENDIG für MICH ist?

Ich habe im letzten Jahr gemerkt, dass ich meinen Fokus immer wieder checken muss und möchte. Und ich persönlich möchte dazu immer wieder Gott fragen: WELCHE PERSONEN legst du mir aufs Herz? Im Normalfall sind das nicht 100! Nicht mal 10! Bei mir waren es dann 3 Personen, die ich plötzlich auf dem Herzen hatte, bewusst Zeit und Gebet in sie zu investieren. Dadurch fallen andere nicht aus dem Radar, aber der FOKUS ist auf diese drei. Diese drei sind WICHTIG und DRINGEND.

Bei Aufgaben ist es genau so: Ich habe Gott bewusst gefragt, wo mein Wirkungsfeld in diesem Jahr sein soll. Ich habe viele Ideen. Viele Träume. Aber den meisten Impact werde ich da haben, wo ich meinen Fokus hinlenke und wo Gott mit mir gemeinsam an mir und durch mich wirken möchte.

Was ist dein Fokus?

Was und wen legt Gott dir JETZT für eine gewisse Zeit aufs Herz?

Ich möchte dich ermutigen: Frage ihn. Schau, was jetzt deinen Fokus verdient und übergib alles, was dir sonst noch auffällt ihm. Bete darum, dass andere es genau so machen wie du, damit diese anderen Dinge genau so in den Fokus von denen Rücken, die ihn dort haben sollen.

Und dann lernen wir, was es heißt, wenn Jesus sagte: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!“ oder auch was der Satz bedeutet: „Gott mutet mir nichts zu, was ich nicht tragen kann.

The story of my life – oder „ich will so bleiben wie ich bin – du darfst!“

Während ich am Laptop sitze um diesen Blogpost zu schreiben, stopfe ich eine Handvoll M&Ms in mich rein. Die Gelben mit Erdnüssen.

Tatsächlich kam mir die Idee für den Inhalt dieses Textes in dem Moment, als ich zum Wiederholten mal in die offene Tüte griff und mit mir selbst kämpfte. Denn eigentlich wollte ich keine Süßigkeiten essen. Meine App auf dem Handy, die meine Kalorien zählt hat es mir verboten, denn das Mittagessen war ein bisschen zu groß geraten….Aber wie so oft finde ich selbst wieder Argumente, warum ich diese Hand voll nun doch in meinen weit aufgesperrten Mund stopfe: „Ich lass mir doch von einer App nicht sagen, was ich tun oder lassen darf!“ oder „Ach, jetzt hab ich mir gerade neue Klamotten im Sale schon für den Sommer geleistet, dann wäre Abnehmen ja jetzt eh blöd!“ oder ganz einfach „Ich wollte ja noch einen Blogeintrag machen – dann hab ich wenigstens ein Thema!“

Vielleicht kennst du das auch, dieses Streiten mit sich selbst oder, wie man im Fachjargon sagt, „Selbstverarsche“. Denn es war ja nicht die APP die mir gesagt hat, dass ich abnehmen soll, sondern ich selbst hatte mich endlich mal wieder motiviert genug gefühlt, ein bisschen mehr auf meine Ernährung zu achten und dem Winterspeck ein bisschen Einhalt zu gebieten. Blöd nur, dass ich genau aus diesem Grund dann auch sagen kann, dass ich jetzt einfach nach drei Tagen das Experiment „Jeanstragen ohne rote Ränder am Bauch“ abbreche. Ich bin Weltmeisterin darin mich selbst von etwas abzubringen, nachdem ich endlich mal den Mut und die Motivation gebündelt habe um einen Next Step zu gehen. Und dann bin ich auch die Weltmeisterin im drüber jammern, dass ich es nicht durchgezogen habe.

Es gibt viele Argumente, die mich dazu bringen mein Vorhaben, ein paar Kilos abzunehmen, zu ignorieren: „Mein Mann liebt mich wie ich bin!“, „Gott liebt mich, wie ich bin“, „Es kommt auf die inneren Werte an“ und und und. Und dann kommt der alte Werbeslogan von einer Ernährungsmarke in den Kopf „Ich will so bleiben wie ich bin – DU DARFST!“

Und irgendwie stimmen die Argumente ja auch. Aber gleichzeitig weiß ich, dass ich selbst ja nicht da stehen bleiben will und mich zurücklehnen möchte. Dabei geht es jetzt nicht darum, dass ich immer einen Grund zum Kämpfen brauche oder alles anstrengend sein muss im Leben. Aber es geht darum zu verstehen, dass ich auf der einen Seite natürlich von meinem Mann geliebt werde und dass ich auch von Gott geliebt bin -aber gleichzeitig geht es mir selbst doch auch darum, dass ich gesund lebe, mich wohlfühle. Dass ich so bleiben DARF wie ich bin, aber es nicht MUSS.

Dieser Zwiespalt beschäftigt mich schon mein ganzes Leben: „Gott liebt dich, wie du bist!“ höre ich seit meiner Kindheit. Warum dann verändern? Warum dann abnehmen oder Verletzungen verarbeiten? Warum vergeben und versöhnen? Warum an sich arbeiten – wenn Gott mich doch so geschaffen hat und mich liebt?

Und dann fangen die Argumente an und tatsächlich wirken die kritischen Nachfragen schwerer und man ist kurz davor, die Hand, die gefüllt ist mit den M&Ms, mit Frust, mit Rachegedanken, mit Zweifeln, mit Wut und allem drum und dran wieder in den Mund zu stopfen, sich zurück zu lehnen und einfach zufrieden zu sein mit sich selbst.

Ich habe aber eins gelernt: Ich bin nicht zufrieden mit mir selbst. Denn ich habe immer wieder gemerkt, dass der innere Frieden und die Ruhe DANN da sind, wenn ich verstehe und weiß, dass ich geliebt bin und trotzdem Verletzungen und Verhaltensweisen in und an mir habe, die nicht dem ursprünglichen Gedanken Gottes entsprechen, sondern die entstanden sind in diesem Leben, in dieser Welt die alles andere als Perfekt oder „Das Paradies auf Erden“ ist.

Ich selbst entscheide, was ich in mich „reinstopfe“ – das gilt für das Essen, als auch für die Gedanken. Die Schokolade steht im Regal – manchmal habe ich sie selbst gekauft, manchmal wurde sie mir geschenkt oder mein Mann hat sie besorgt. Sie ist da. Aber sie ist noch nicht in meinem Mund. Und sie ist auch nicht immer und grundsätzlich schlecht. Die Frage ist, ob ich selbst die Kontrolle habe und die Verantwortung übernehme, wenn ich sie öffne und esse.

Verletzungen und der Schmerz der dadurch entsteht – auch sie existieren in unserem Leben manchmal, weil wir sie selbst zufügen, manchmal weil sie uns zugefügt werden und manchmal sogar, weil sie aus anderen Generationen weitergegeben werden. Aber die Frage ist, ob du die Kontrolle hast und den Schmerz in dich hineinstopfst, weil es einfacher ist, sich zurück zu lehnen weil man eben so ist, wie man ist, oder ob es dran ist, aufzustehen, den Schmerz zu betrachten und zu entscheiden, ihn nicht rein zu lassen. Der Schmerz, die Verletzungen können schnell Verhaltensmuster verursachen, die noch mehr Verletzungen hervorrufen oder sogar Verbitterung bewirken. Man macht zu. Man wehrt sich. Man zieht sich zurück

Das ist nicht das Leben, das Gott sich gedacht hat. Jesus selbst sagte einmal, dass er das Leben in der Fülle bereit hält für uns. Eine gesunde Fülle. Eine Fülle, die nicht so ist, wie wenn man gerade 500 Gramm M&Ms in sich reingestopft hat, sondern die Fülle, wie nach einer gesunden, leckeren Bowl. Das ist sein ZIEL für uns. „Sünde“ bedeutet „Ziel verfehlt“. Trage ich weiterhin Verletzungen und Dinge mit mir rum, die mich davon abbringen, mit Frieden und Ruhe ein Leben in der gesunden Fülle zu leben – dann ist das genau so, wie wenn ich mich täglich vollstopfe mit ungesundem Zeug: Ich lehne mich zurück und werde dicker und dicker und irgendwann platz ich!

Ich habe nun runtergeschluckt. Und ich verurteile mich nicht. Ich hab mein Ziel, heute keine Süßigkeiten zu essen, verfehlt. Schade, aber nicht zu ändern. Ich entschließe mich also, den Rest des Tages standhaft zu bleiben. Nicht, weil es eine Regel ist, die ich einhalten soll, sondern weil ICH für mich weiß, dass es langfristig besser ist, wenn ich bedachter esse und mir genüsslich ein Stück Schokolade gönne, wenn es dran ist.

Ich habe in meinem Leben viele Ziele verfehlt – immer wieder. Ich lehne mich nicht zurück und belüge mich, in dem ich sage „Ist doch egal“, aber ich mach mich auch nicht fertig. Ich stehe auf, schaue mir an, was genau es war. Ich bete, dass mir Gott zeigt, wo der Ursprung meiner Verletzungen und Verhaltensmuster liegt, ich bearbeite es mit ihm, geb es ab und versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ich möchte dich heute ermutigen, die Balance für dich zu finden

Verurteile dich nicht, mach dich nicht fertig. Aber bleib auch nicht resignierend stehen. Gott liebt dich, wie du bist. Aber du musst nicht so bleiben, sondern kannst dich immer mehr zu der Person verändern, die er von Anfang an in dir gesehen hat und immer noch sieht: Rein, kostbar und von unbegrenztem Wert.

Stop it!

Der braune Holzsessel knarrt, während ich versuche mit herangezogenen Beinen, alle meine Gliedmaßen auf eben diesem beieinander zu halten. Damit ich wenigstens irgendetwas zusammenhalten kann. Denn es ist Nachmittag. Kaffee mit Mutti – bei Kuchen. Rotz. Und. Wasser. Die heule ich nämlich – mal wieder. Mein Kaffee ist schon längst kalt geworden und meine Mama sagt: “Na, und dein Glaube? Das hilft dir doch sonst! Hilft dir der da nicht Kraft zu finden?”
Aber was macht man, wenn man gar keine Kraft mehr hat?
Nicht mal mehr die Kraft um zu Suchen, nach dem Einen der einem Kraft gibt?

Es ist einer dieser Momente, wo gefühlt alle Netze davon schwimmen!
Wo alles auf einmal zusammenkommt! Psychisch, physisch, innen, außen, unten, oben – mit alles und scharf!

Vielleicht kennst du diesen Moment? Vielleicht ist es eine Diagnose, eine Depression, ein Verlust eines Menschen, eine hoffnungslose Situation, ein sich unfähig fühlen als Mama?
Und ich bin wirklich jemand, die gerne aufsteht und kämpft! Die dann proklamierend und heulend-worshippend in ihrem Zimmer auf- und abgeht und mit Bibelversen um sich schmeißt. Und gleichzeitig hofft, dass die Wände dick genug sind. Sorry Nachbarn!


Und so saß ich nach dem Gespräch mit meiner Mama auf meinem Bett. Und hab mich aufgerafft um zu kämpfen im Gebet: “Ok Gott, du hast meine Mama gehört! Du bist der der mir Kraft gibt, stimmt’s? Also, du weißt, ich will dieses Leben mit dir! Ich geh mit dir da durch! Egal was es mich kostet! Ich geh mit dir!”
Und plötzlich kommt aus dem Nichts dieser stille Gedanke: “Dann steh’ mit mir! Weil ich will mit dir gerade nirgendswo hingehen. Ich will mit dir genau da sein! Du hast genug gekämpft. Du bist müde. Lass es gut sein!”

Lass es gut sein? In diesem Zustand? Soll ichs gut sein lassen?
Und um ehrlich zu sein, habe ich die letzten Jahre so viel und auf so vielen Ebenen gekämpft – Ich weiß gar nicht wie das geht, dass man nicht kämpft?

Sei still und erkenne das ich Gott bin! Psalm 46,11

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich will Dinge, Gefühle und Umstände oft gerne “gerade beten” oder noch besser “wegbeten”. Was aber, wenn Jesus uns gerade da haben möchte? In unserer Schwäche? In den Emotionen? Weil er unser ganzes Herz möchte? Und uns als gesamtes begegnen möchte? Weil er genau in dem etwas für uns hat?

Den Erschöpften gibt er Kraft, und die Schwachen macht er stark. Jesaja 40,29

Denn in diesem „Stehen bleiben und Still werden“ passiert etwas erstaunliches! Vielleicht ändert sich nichts an den Umständen oder an dem gesundheitlichen Zustand aber er wird dein Herz berühren und verändern! Du wirst ganz neu Kraft schöpfen!
Und damit segne ich dich heute, dass Gott dir genau dort begegnet, wo du gerade bist, wo du schon lange kämpfst, einen Durchbruch wünscht oder schon lange keine Antworten bekommst. Und ich möchte dich ermutigen, dass er dich in dieser Situation sieht und bereits einen guten Plan für dich ausgetüftelt hat!

Come on baby, light my fire!

10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 –  Prosit! Neujahr!
Ladies and Gents! Mädls und Burschen! Bananenbrote und Internetverbindungen! Erheben wir unsere Gläser und Kaffeebecher! Wir haben es geschafft!
2020 – Tschüss mit ü! Ciao mit ao! Pfiati mit Pf!

Um ehrlich zu sein, ich hab mir letztes Jahr oft gedacht: “Hoffentlich ist es bald vorbei!”. Nicht nur diese Ausgangsbeschränkungen, etc., sondern vor allem dieser innere Prozess durch den ich dieses Jahr gegangen bin. Vielleicht ging es dir ja ähnlich?

Okay, ich erspare uns jetzt den Rückblick und was das letzte Jahr mit uns gemacht hat. Sondern ich möchte Ausblick geben und auf das zeigen was das letzte Jahr für uns gemacht hat!

Denn spätestens nach Desis Blogbeitrag “Schwanger mit Visionen”, hat es mich getroffen wie ein Blitz! Gott hat auch eine Vision in all dem!

>> Ich bin gekommen, um ein Feuer auf der Erde anzuzünden, und ich wünschte, es würde schon brennen. << Lukas 12,49

Szenenwechsel.

Meine Mama hatte in Ihrem alten Haus einen offenen Kamin. Herrlich so ein Ding!
Da wir den aber so gut wie nie verwendet haben, war es recht aufwändig ihn in Gang zu setzen:
1. Der Rauchfangkehrer musste den Rauchfang von altem Ruß und Schmutz befreien, damit wir nicht an einer Rauchgasvergiftung abnippeln.
2. Die alte Asche musste raus, da sonst das Feuer sofort erstickt werden würde.
3. Brennholz musste gesammelt/besorgt werden. Und das am Besten ganz trocken, da feuchtes Holz so viel Rauch erzeugt beim Brennen, dass jede Nebelmaschine einpacken kann.

Also ihr könnt euch vorstellen, noch bevor wir den Kamin benutzt haben, war das ganze Wohnzimmer kurzfristig ein dreckiges Chaos, sodass man sich gefragt hat ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt! Aber alles vergeben und vergessen, sobald der Kamin dann “on fire” war.

Zurück zur Vision.

Ich glaube, wenn Jesus etwas Neue in uns entzünden möchte, sieht es doch oftmals genauso aus! Wie in Lukas 12,49 wünsche ich mir nämlich auch so oft “es würde schon brennen”! Ich sehne mich so sehr danach in meiner “Berufung” zu laufen! Zu brennen! Zu leuchten! Zu glühen! Etwas zu verändern in dieser Welt!
Vielleicht ist es bei dir etwas ganz anderes? Vielleicht sehnst du dich danach, dass deine Familie gesund wird? Dass du aufblühst? Dein Essverhalten endlich kein absolutes Chaos mehr ist? Dein erträumter Ehemann endlich mal auf der Bildfläche erscheint?

Und ich bin davon überzeugt, dass Gott uns – seine Mädls –  aufblühen sehen will! Denn genau das ist seine Vision! Und ich bin davon überzeugt, dass wir gerade in einer Zeit unterwegs sind, wo Jesus “unseren Kamin” für uns ausräumt, ausputzt und vorbereitet! Sodass er kommen kann mit seinem Feuer! Und wir brennen können – ohne auszubrennen, ohne zu ersticken, sondern die Fackel weitertragen können!

Allerdings empfinde ich persönlich, dass momentan eher Hoffnungslosigkeit in der Luft liegt und viele Menschen wirklich müde sind nachdem vergangenen Jahr.
Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt die Asche abputzen bzw. ausputzen lassen aus unserem Kamin und die Vision kennen, die er für uns hat!

Darum nimm dir heut ein paar Minuten Zeit um ihn zu fragen:


– Gott, was ist deine Vision?
– Was ist deine Zusage für mich?
– Welche Asche liegt in meinem Kamin? Und was willst du damit tun? bzw. Soll ich damit etwas tun?

Schwanger mit Visionen

Kennst du das?

Du hast einen Traum, eine Idee oder bist begeistert von einem neuen Abenteuer.
Es ist noch nicht ganz ausgereift, aber du ahnst schon Umrisse des fertigen Bildes. Da wächst eine Vision in dir und du kannst es kaum abwarten, diese Vision Realität werden zu sehen.

Ein kleiner Same der Hoffnung und des Traums wächst in deinen Gedanken. Er ist noch nicht sehr groß, aber du teilst ihn voller Vorfreude mit anderen.

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Manche freuen sich mit dir und ermutigen dich, die weiteren Schritte zu gehen, andere belächeln dich: „Keine Ahnung wie du das schaffen willst!“

Wieder andere finden die Idee nicht so schlecht, bieten dir aber gleich verschiedene Pläne, Strategien und Lösungen für Probleme an, die du eventuell noch nicht bedacht hast.

Du wirst durcheinander, hörst die Zweifel der anderen, beginnst selbst zu zweifeln und….treibst deinen Traum ab.
Es kann schnell passieren, dass dein kleiner Hoffnungssame die erste Zeit nicht überlebt. So wie ein Fötus im Mutterleib, kann dein Traum, deine Vision, vielleicht sogar dein dir von Gott gegebener Plan, nicht überleben, wenn er nicht geschützt wird. So wie ein Fötus im Mutterleib geschützt werden muss, in dem die schwangere Mutter gesunde Nahrung, Vitamine und viel Wasser zu sich nimmt, so muss auch oft ein Traum, eine Vision, ein von Gott dir anvertrauter Plan geschützt werden.

Ungesunde Gedanken, Sorgen, Zweifel, also mangelnde Ermutigung, können den Wachstum deines kleinen Traumes stören, verhindern oder sogar ganz stoppen.

In Lukas 1,39ff können wir lesen, was Maria als erstes tat, nachdem sie von einem Engel erfuhr, dass sie schwanger ist: Sie eilte zu ihrer Verwandten Elisabeth die ebenfalls schwanger war und verbrachte eine Zeit bei ihr. Dort bekam sie Unterstützung und Ermutigung. Elisabeth spürte, dass auch in Maria ein Baby heranwuchs. Sie spürte in ihrem Leib, wie das Baby in ihrem Bauch strampelte, als Maria hereinkam und sie freute sich mit ihr und segnete sie.

Ich könnte mir vorstellen, dass Maria zunächst niemand anderem von ihrer merkwürdigen Begegnung mit dem Engel erzählt hat. Alles was sie sagte war: „Amen. Alles was du sagst, soll geschehen!“ und dann ging sie zu Elisabeth.

Aus gutem Grund: Sie suchte sich Ermutigung in einer Verbündeten. Sie holte sich Rat und Unterstützung von einer Freundin, einer Verwandten, die selbst in diesem Umstand war um ihre Gedanken und Sorgen zu teilen aber gleichzeitig ermutigt zu werden, wenn Zweifel aufkamen.

Wenn du mit einem Traum, einer Vision, einem Plan den Gott dir vielleicht aufs Herz gegeben hat, „schwanger gehst“, möchte ich dir heute Mut zusprechen!

Es wird vielleicht nicht jeder verstehen oder nachvollziehen können. Vielleicht hast du diesen Traum auf deinem Herzen und niemand sonst kann ihn mit dir teilen. Vielleicht hast du schon Gegenwind bekommen aber tief in dir drin weißt du, dass es dran ist diesen Schritt zu gehen…dann möchte ich dich ermutigen: Gehe weiter!

Maria hätte nach dem jüdischen Gesetz gesteinigt werden müssen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen sie beschimpft, belächelt und ihr gedroht haben.
Aber sie wusste genau, mit wem sie gesprochen hatte. Sie hatte diese Stimme gehört und sie spürte in ihrem Leib, dass diese Zusage Gottes eintreffen sollte.

Wenn du dir genau so sicher bist, dann halte Stand.

Schütze diesen kleinen Samen bis er groß genug ist.

Teile ihn nur mit Menschen, von denen du weißt, dass sie dich darin unterstützen, mit dir beten und dich ermutigen, sogar segnen so wie Elisabeth.

Hole dir Rat von engen Begleitern, Mentoren und Freunden, denen du vertraust und die in dein Leben sprechen dürfen weil sie dich bereits oft im Hoffnungslosen ermutigt haben und diesen Weg gemeinsam mit dir gegangen sind.

Aber lass nicht zu, dass dieser kleine „Visions-Fötus“ zu früh stirbt und nicht geboren wird.

Es ist an dir: Schütze deinen Traum und hilf ihm zu wachsen, bis er ans Licht kommt, atmet und lebt!

Frage Gott, was für 2021 dran ist. Welche Vision legt er dir in dein Herz? Wo kannst du einen Unterschied in deiner Welt machen? Was kannst du bewirken? Höre hin. Schreibe auf. Und dann prüfe und sorge für diesen Samen.

Weihnachten mal richtig

Es Weihnachtet sehr…zumindest teilweise: Unser Christbaum steht, die Lichter leuchten schon seit Wochen, der Teller ist stets mit Lebkuchen und Plätzchen gefüllt und die Spotify-Liste spielt das Weihnachtsalbum von Michael Bublé rauf und runter.

„Alles wie sonst auch“ – könnte man meinen und trotzdem weiß wohl jeder, dass es in diesem Jahr nicht so ist, wie sonst auch. „Same procedure as every year?“ – nicht 2020.

Aber ist das schlecht? Ist es dadurch „nicht weihnachtlich“?
Wenn die Verwandten nicht kommen, die große Weihnachtsgans in diesem Jahr nur aus zwei kleinen Entenbrüsten besteht? Wenn die Christmette am TV geschaut wird und der Glühwein statt auf dem Weihnachtsmarkt doch in der eigenen Küche verzehrt wird?

Ich selbst befinde mich im Zwiespalt. Ich liebe die Weihnachtstraditionen. Ich liebe die Adventszeit und alles, was dazu gehört und doch merke ich, dass ich in diesem Jahr richtig froh bin, dass „alles anders“ ist. Denn jedes Jahr wünsche ich mir, dass mir der Grund für das Weihnachtsfest mehr bewusst wird: Gott wurde Mensch um uns durch Jesus zu zeigen, wie er ist und um durch den Tod und die Auferstehung Jesu später klar zu machen, dass ER eine Beziehung mit uns möchte, dass ER dem Tod trotzt und ewiges Leben anbietet. Dieses ewige Leben kann hier und jetzt beginnen, wenn wir diesen Gott, diesen Jesus, diesen Heiligen Geist in unserem Leben und somit auch im Alltag einbeziehen. DAS ist der Grund, warum ich Weihnachten feiern möchte. SEIN Geschenk an UNS -nicht UNSERE Geschenke an alle anderen. In diesem Jahr wird mein Wunsch einmal mehr wahr: JESUS hat weniger Chancen aus der Mitte gedrängt zu werden:)

Wie oft feiere ich Weihnachten mit all den Traditionen, ohne diesen Gott, diesen Jesus einzubeziehen. Wie oft beten wir im Alltag, halten Fürbitte, hören uns Predigten an, fragen Gott um Rat und an Weihnachten – da geht es schon irgendwie um Jesus aber im Mittelpunkt steht doch dann viel mehr das Essen, die Familie, die Geschenke und die Traditionen. „Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie“ wird so oft geantwortet, wenn man fragt, was einem Weihnachten bedeutet.

Aber wie wäre es, wenn Weihnachten in diesem Jahr wirklich anders aussehen würde: Wenn man Betet, hin hört, Worship macht Zuhause, Fürbitte hält, schaut, was Gott einem aufs Herz legt für die Tage, für das nächste Jahr?

Nicht: „Weihnachten mal anders“ sondern „Weihnachten mal RICHTIG“.

Wir möchten unserer Tochter ein Weihnachtsfest zeigen, in dem es um Jesus geht und in dem wir bewusst machen: Die Geschenke, sind ein Segen. Sie sind Versorgung und durch Versorgung können wir anderen Freude machen. Weil Gott uns segnet und es liebt uns Freude zu machen. Das Christ-Kind bringt also die Geschenke – Jesus selbst segnet uns. Wir feiern seinen Geburtstag, wir laden ihn ein, Teil des ganzen Festes zu sein. ER ist unsere Kontaktperson an Weihnachten – und er ist alles, was wir brauchen:)

Es laufen nicht zwingend Weihnachtslieder sondern Worship, wir essen nicht Plätzchen sondern Geburtstagskuchen und wir fragen Gott, wie er sich die Tage mit uns wünscht.

Weihnachten mal „anders“ – nämlich so, wie wir Beziehung mit Gott täglich leben PLUS noch einen draufgesetzt:)

Das Alltags-Candle-Light-Dinner

Es war einmal ein Mann. Er war gut aussehend, stark, weise, selbstbewusst, hilfsbereit und mitfühlend. Eigentlich könnt man sagen, er war „der Traum aller Schwiegermütter“.

Es war einmal eine Frau. Sie war schön, zart und doch strahlte sie eine gewisse Stärke aus. Sie war sensibel, empathisch und selbstbewusst. Sie war tüchtig und tat was sie konnte um sich, ihre Familie und die Menschen, die sie liebte zu schützen. Sie wollte, dass es ihr gut ging.

Es war einmal ein Mann. Er war unglaublich kreativ und visionär. Was er sich vorstellte, konnte er umsetzen. Er ging liebevoll und vorsichtig mit den Kunstwerken um, die er geschaffen hatte und tat alles um sie zu schützen, damit sie nicht zerbrachen oder gar beschmutzt wurden.

Es war einmal eine Frau. Sie war innerlich zerrissen. Denn auf der einen Seite war sie fröhlich und lebensfroh, auf der anderen Seite war sie müde und erschöpft. Sie war selbstbewusst und sehnte sich gleichzeitig nach echter Liebe und Annahme. Sie wollte etwas erreichen und gleichzeitig einfach da sitzen und ausruhen. Sie wollte kämpfen und stark sein und gleichzeitig schwach sein dürfen und aufgeben.

Es war einmal ein Mann – der wollte einfach bei ihr sein.

Es war einmal eine Frau – sie wollte einfach bei ihm sein….

Und er machte sich auf den Weg zu ihr und klingelte…

Liebe LeserIn, ich stelle es mir so vor: Dieser „Mann“ ist Gott und diese Frau bin ich, bist du.
Ich glaube, dass Gott so ist, wie oben beschrieben – und noch so viel mehr. Wir als Frauen sind vielleicht auch genau so oder teilweise so, wie die Frau oben beschrieben.
Ich glaube, dass Gott sich nach uns sehnt und wir uns nach ihm – auch wenn wir es nicht immer wissen. Und irgendwie hat sich der Gedanke eingeschlichen, dass die „Gemeinschaft“ zwischen den beiden (Mann – Gott und Frau – wir) auf bestimmte Weise ausschaut: Nämlich meist ein Candle-Light dinner, wo man ungestört ist und nur zu zweit anwesend ist….

Wie schaut es aus, wenn du „mit Gott“ Gemeinschaft hast? Was kommt dir in den Sinn, wenn du sagst: „Ich bete“? Für manche sieht es so aus, dass sie zu bestimmten Tageszeiten die Bibel lesen und hören, was Gott dadurch sagen möchte. Für manche sieht es so aus, dass sie sich Podcasts oder Predigten anhören um zu hören, was ANDERE von Gott gehört haben. Manche liegen schweigend auf dem Sofa, hören im Bett Worship-musik oder halten kniend Fürbitte. Jeder gestaltet seine Beziehung zu Gott anders und das ist gut. Es sind Ideen, Rituale, die uns helfen, diesen Gott nicht aus unserem Leben zu verdrängen oder ihn zu vergessen.
Auch die Frau aus unserer kleinen Anfangsszene hält sich bestimmte Zeiten für diesen Mann frei, damit beide zusammen sein können.

Unser „Call-To-Worship“ ist genau so ein Versuch: zu einer bestimmten Zeit am Tag einen ausgewählten Worshipsong zu hören oder mitzusingen und dadurch viele Dinge auf einmal zu bewirken. Ich habe bei manchen Reaktionen rausgehört, dass für manche Frauen der „Call-To-Worship“ eine bestimmte Vorstellung hat: Ein 5-10 minütiges „Candle-Light-Dinner“ mit Gott.

Aber wie würde es aussehen, wenn die Frau unserer Geschichte einfach keine Zeit hätte, um sich dieses Candle-Light-Dinner einzuplanen? Was, wenn die Kinder in der Küche rumrennen, das Essen auf dem Herd steht oder der Hund noch Gassigeführt werden muss? Was, wenn dieser Mann gerade an die Tür geklingelt hat und sie einfach gestresst ist und kein Candle-Light-Dinner ausführen konnte? Würde er enttäuscht weggehen? Ich glaube ja – aber NUR, wenn die Frau ihn gestresst und genervt weggeschickt hätte. Ich glaube, viele würden das tun.
Aber was, wenn dieser Mann gar nicht zwingend ein Candle-Light-Dinner braucht?
Was, wenn dieser Mann einfach Anteil haben möchte an dem Leben der Frau?
Was, wenn er einfach bei ihr sein will, WÄHREND die Kinder rumrennen? WÄHREND das Essen auf dem Herd steht?

Für mich ist es so erleichternd zu wissen, dass Gott nicht nur die Gemeinschaft am Sonntag oder am Abend oder zu bestimmten Zeiten mit mir möchte, sondern dass er auch in meinem Alltag sein möchte.

Beim „Call-to -Worship“ habe ich nun schon mehrfach die Reaktion gehört: „An sich eine super Idee. Aber da bin ich gerade beim Abendessen mit meiner Familie!“
Ein nachvollziehbarer Grund und völlig klar.
Gleichzeitig möchte ich dir sagen: Der „Call-To-Worship“ ist MEHR als ein Candle-Light-Dinner: Während er für manche ein Candle-Light-Dinner ist, weil sie sich bewusst zurückziehen können um diese Minuten allein mit Gott zu sein, ist es für andere ein Einbinden in den Alltag und die Familie, für andere ist es ein Umfokussieren zu einer bestimmten Zeit mitten auf der Heimfahrt. Es kann ein Moment des Umbruchs sein, wo man durch den Song oder das Gebet die Arbeit niederlegt und bewusst den Abend einläutet…aber gebündelt mit all diesen verschiedenen Definitionen glaube ich, dass der „Call-To-Worship“ in der Gesamtheit durch die vielen Frauen, die gleichzeitig diesen Song hören, singen, aufsagen, tanzen oder was auch immer, nicht nur Gottes Ohr erreicht, sondern auch in der unsichtbaren Welt etwas auslöst. Durch die Einheit. Durch den gemeinsamen Fokus. Durch das gemeinsame und dadurch lautere Proklamieren!

Ich möchte dich ermutigen: Sei Teil dieser Welle und surfe mit – so wie du bist, da wo du bist mit wem du bist. Du kannst den Song im Hintergrund laufen lassen, den Text als Gebet vor dem Essen proklamieren, das Essen 5 Minuten nach hinten verschieben oder einfach beim Kauen mit deiner Familie mitsummen…Du kannst auch, wie ich, deine Tochter mit einladen…meine 4-jährige kam vorgestern ins Wohnzimmer, fragte ob sie mitsingen darf und stand mit erhobenen Händen da und sang „this is how I fight my battles“…für mich ein unbeschreiblicher Moment.

Egal, ob du es auf den Call-To-Worship beziehst oder nicht: Sei ermutigt, Gott in deinen Alltag einzubeziehen. Es braucht Zeiten, wo wir alleine sind mit diesem Gott. Wo wir klagen, bitten, weinen, hören oder preisen. Aber ich glaube es braucht auch Zeiten, wo wir ihn ganz bewusst in den Alltag mitnehmen weil er unser Lebenspartner sein möchte und nicht unser Weekend-Buddy.

Wenn du dich anschließend möchtest und informiert bleiben willst, welcher Song an welchem Tag dran ist, kannst du:

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Was mir die Untreue eines Pastors über wahre Liebe zeigte

Gerade hörte ich (mal wieder) von einer Nachricht, die viel in mir auslöste: Gestern noch scherzte ich im Austausch über die Präsidentenwahl mit einem Freund, dass ich bei der nächsten Wahl am liebsten eine bestimmte Person als Kandidat sehen würde. Einen Pastor, der in den USA und darüber hinaus sehr bekannt ist und lange ein Vorbild war – nein sogar noch IST.

Heute musste ich in seinem persönlichen Instagram Post sein Statement dazu lesen, dass er seine Aufgabe als Pastor ab sofort nicht mehr wahrnehmen kann und wird, weil er seiner Frau bzw. seiner Familie untreu war. Der Schritt, nun eben nicht mehr als Pastor zu arbeiten ist für viele eine logische Konsequenz und nachvollziehbar. Sein Statement ist so, wie alles, was er bisher öffentlich gesagt oder auch geschrieben hat: Ehrlich, reumütig, reflektierend und konsequent: Er schreibt: „Wenn du die Berufung als Pastor akzeptierst, musst du so leben, dass du dieses Mandat ehrst, dass es die Kirche ehrt und dass es Gott ehrt. Wenn das nicht passiert, muss eine Veränderung stattfinden.“ Er schreibt unter anderem weiter, dass er in den letzten Jahren nicht ausreichend auf seinen eigenen Geist geachtet hat, dass er seine eigene Seele nicht gut gefüllt hat und Hilfe nicht angenommen hat, wo sie notwendig war. Und weiter „Wenn du aus einer Leere leitest, triffst du Entscheidungen, die echte und schmerzhafte Konsequenzen haben.“ usw.

Warum schreibe ich, dass er für mich nach wie vor ein Vorbild ist? Weil er nach wie vor ehrlich zu seinen Fehlern steht, um Vergebung bittet, seine Konsequenzen zieht und ehrlich mit allem umgeht.

Und ich habe für mich erkannt: Die Gefahr oder die Schwierigkeit für mich (und bestimmt auch für viele andere) ist, durch diesen Fehler, den er begangen hat, nicht alles, was er bis hierhin gesagt, gepredigt, geschrieben und gelehrt hat, in Frage zu stellen.

Meiner Meinung nach ist das genau das, was wir aber kennen: Jemand verletzt, jemand macht einen Fehler und schon ist er abgeschrieben und man möchte am liebsten alles, was mit der Person in Verbindung steht, aus dem Leben entfernen. Aber so möchte ich nicht sein!

Ich möchte immer mehr danach streben zu LIEBEN. Wenn ich die Bibel anschaue, dann steht da viel, was das genau bedeutet: Geduldig sein, sanftmütig sein, vergeben, nicht eifersüchtig sein, das Beste für den Anderen wünschen… Wenn ich daran glaube, dass Jesus mir alles vergeben hat und ich diese Vergebung annehmen darf – und wenn ich das Ziel habe, Jesus ähnlicher zu werden und mit seinem Blick der Liebe zu sehen, dann möchte ich mich auch dazu entschließen, den Schmerz Gottes zu spüren: Und dieser Schmerz ist anders als unser Schmerz. Der Schmerz Gottes gilt auch den Menschen, die direkt oder indirekt von dem Fehler betroffen sind. Der Schmerz Gottes gilt aber auch dem „Täter“ und dem „Opfer“ gleichermaßen. Und seit ich mich dazu entschlossen habe, merke ich, wie ich nicht auf das Vorbild oder die Person wütend bin, sondern wütend, weil ich sehe, welche Auswirkungen es auf die Herzen von Menschen und auf alles Gute, was die Person gesagt und bewirkt hatte, hat.

Ich glaube an eine geistliche Welt und an einen Kampf darin und ich entscheide mich zu sehen und zu verstehen was es heißt, wenn Paulus uns in der Bibel warnt „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ (Epheser 6,12 – Luther Übersetzung).

Wie gesagt, ich STREBE danach. Das heißt, dass ich selbst es auch nicht immer hinbekomme. Aber ich möchte an den Punkt kommen, wo ich mit Gottes Herzen sehe und handle. Wo ich seinen Schmerz spüre und aushalten kann. An den Punkt, wo ich FÜR die Betrogenen UND die Betrüger bete. An den Punkt, wo ich sogar MEHR für diejenigen im Gebet kämpfe, die selbst aus Gottes Gegenwart gehen – ob kurz oder lang. Ich möchte an den Punkt kommen, wo ich Menschen, die aufgrund von Verletzungen oder sogar falschen Einstellungen handeln und verletzten nicht beschimpfe oder verjage, sondern zumindest innerlich mitleide, um sie trauere und für sie bete. Das ist schwer. Das ist hart. Und ich wünsche mir eigentlich nicht, dass ich darin getestet werden, indem ich selbst so verletzt werde und ich hoffe, bete und kämpfe dafür, dass ich selbst nicht verletze -..und doch gehe ich den mutigen Schritt und sage: ICH STREBE DANACH.

Ich glaube, wenn wir das endlich verstehen und alle danach streben, dass wir uns mit dieser vollkommenen Liebe füttern, dass diese Liebe den Schmerz und Verletzungen zulässt und aushält – dann könnte diese Welt so viel anders aussehen. Denn dann würde „Rache“ gar nicht existieren.

CALL TO WORSHIP

Wir wissen nicht, ob es dir auch so geht, aber wir nehmen derzeit eine intensive Spannung wahr. Das Thema „Corona“, die Wahlen in den USA, die Situation in Belarus, Terror Anschläge im eigenen Land, Existenzängste, Hungersnöte,…das alles sind nur wenige Themen aus dem Themenkatalog der aktuellen Herausforderungen.

Es sind Herausforderungen, die uns in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen bringen: Der Glaube, die positive Einstellung, Zuversicht und Gelassenheit werden extrem strapaziert. Das ist auch verständlich. Was wir aber mit Sorge sehen ist der Umgang miteinander. Die Probleme an sich sind schon schlimm genug, was aber katastrophal ist, wenn nicht nur die Einheit bröckelt, sondern wenn das passiert, was derzeit passiert: Es wird zu einem GEGENeinander. Wir beobachten, wie der Ton aggressiver, die Meinungen radikaler und die Kommunikation immer schwieriger wird – vor allem unter „Christen“. Die sogenannten Früchte des Geistes (Die Bibel, Galater 5,22) sind an vielen Stellen nicht zu sehen: Keine Geduld, kein Frieden, keine Liebe, keine Freude…statt dessen Eifersucht, Neid, Habsucht und sogar Hass.

Die Früchte des Geistes wachsen nicht einfach von allein – sie wachsen vor allem durch starke und gesunde Wurzeln IM Geist. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es gerade in der jetzigen Zeit wichtig ist, dass wir unsere eigenen Wurzeln anschauen und fest verankern.
Wie geht das? In dem wir in allem dem Chaos, in all den täglichen Herausforderungen Zeit mit Gott verbringen. Das muss nicht so aussehen, dass du dich in dein Kämmerlein zurückziehst und die Bibel oder ein Losungsbuch in der Hand hast. Das wäre zwar optimal, aber du kannst Beziehung mit Gott genau so im Alltag leben – wie auch deine menschlichen Beziehungen im Alltag lebbar sind:

  • Rede mit Gott beim Abwasch oder beim Kochen und sag ihm, was dich beschäftigt,
  • höre Worship auf dem Klo oder beim Zähneputzen
  • frage den Heiligen Geist, was er für dich auf dem Herzen hat, während du eine Tasse Kaffee trinkst
  • bitte Gott, im Schlaf zu dir zu sprechen, bevor du ins Bett gehst

Egal wie es ausschaut: Wir möchten dich heute ermutigen, deinen Fokus auf den zu setzen, von dem gesagt wird, dass er ein Anker, eine Festung, eine sichere Burg, ein Turm, ein Schirm, der Anfang und das Ende ist.

Was du außerdem tun kannst: UNSER CALL TO WORSHIP

MACHE DICH MIT ANDEREN EINS, in dem du dich unserer Worship-Welle anschließt. Bei unserem CALL-to-WORSHIP geht es darum, dass wir:

  1. Einen Rhythmus finden, in dem wir regelmäßig kurz innehalten und den Fokus setzen
  2. EINS werden mit vielen anderen Menschen überall zur selben Zeit
  3. Anstatt mit Worten und Argumenten zu kämpfen, die geistlichen Waffen zur Hand zu nehmen: Fasten, Gebet und Worship
  4. Proklamieren und uns selbst ermutigen
  5. Unseren Glauben neu erwecken
  6. In Vollmacht und Autorität die Wahrheiten aussprechen.

Auf Instagram oder Facebook kannst du unseren aktuellen Song des Tages sehen. Lade ihn dir um 18 Uhr einfach auf einem deiner Streaming Dienste und hör dir den Song an.

Du kannst laut mitsingen, beten, den Text aufschreiben und verinnerlichen oder was auch immer. Es sind deine 3-6 Minuten, in denen du dich mit vielen anderen EINS im Worship machst. Es ist leicht machbar und an jedem Ort durchführbar.

Bist du dabei? Dann los! HIER findest du den aktuellen Song mit Link zum Laden.

Entrümpel-Kommando

Hast du schon mal dein Zimmer oder deine Wohnung ausgeräumt?
Ich habe das gerade hinter mir. Wir sind umgezogen. In eine schöne Wohnung, die ziemlich alles hat, was ich mir immer gewünscht hatte.

Ein Punkt, der mir am Anfang aber als Nachteil schien war, dass wir keinen Keller haben, in dem wir unsere vielen „Man könnte es ja nochmal brauchen“-Schätze aufheben konnten. Tatsächlich fanden wir beim Ausmisten unseres Kellers Dinge, die wir seit Jahren nicht angeschaut und somit auch nicht vermisst hatten: Studienunterlagen, alte Geburtstagskarten, sogar Flyer von anderen Kirchen, die mein Mann sich vor 15 Jahren als Inspiration mitgenommen hatte…So ein Mist. Da konnten wir in den letzten 10 Jahren alles so schön bunkern und einfach in den Keller packen und vergessen und nun mussten wir ALLES in kurzer Zeit ausmisten und uns von so wichtigen Dingen wie den Flyern trennen…

Jetzt, wo ich in der neuen Wohnung sitze, bin ich dankbar und zufrieden, dass wir aufgrund des geringeren Stauraums endlich eine neue Ordnung haben. Es fühlt sich sauber an und ich behaupte, dass es vor allem in meiner Seele irgendwie aufgeräumter ist.

Hast du schon mal deine Seele und dein Herz ausgeräumt?
Ich habe für mich bei diesem Umzug gemerkt, wie viele Dinge in mir unaufgeräumt waren und wie viele Erinnerungen, Verletzungen, Sorgen und „Versicherungen“ ich in mir selbst gebunkert hatte. Alles wurde irgendwann in Kisten verpackt und nahm Platz in mir ein: Alte Freundschaften, der Streit mit der damals besten Freundin der das Ende der Freundschaft bedeutete, Tagebucheinträge in denen ich mir selbst erzähle, wie traurig und frustriert ich bin…
Da liegen Sätze, Worte, Verleumdungen die über mich ausgesprochen wurden, Träume und Hoffnungen, die nie in Erfüllung gingen.

Wie oft müllen wir unseren inneren Keller damit zu, bis schließlich kein Platz mehr ist und man nicht mehr erkennen kann, in welcher Kiste die schönen Dinge, die guten Aussagen, die Ermutigungen liegen.

Als ich unseren Keller im Haus ausmistete, fand ich eine kleine Box mit Glückwunschkarten zur Geburt unserer Tochter. Ich hatte alle aufbewahrt und sie lagen seit vier Jahren in dieser Box. Was macht man nun damit? Ich habe sie nie wieder angeschaut und die wichtigsten Segenswünsche hatte ich in ein Fotoalbum geklebt. Ich hätte alle wegschmeißen können. Aber ich sah nochmal alle an, las jedes Wort und plötzlich lag in einer der Glückwunschkarten noch ein 50 Euro Schein, den wir damals ausversehen im Umschlag vergessen hatten.
Mich hat das so ermutigt, auch beim Aufräumen meines Herzens wirklich Zeit zu nehmen und genau hinzusehen. Vielleicht erinnerst du dich beim Ausmisten deiner Seele an Personen, die auf dem ersten Blick nicht wichtig zu sein scheinen. Wie diese Box mit Glückwünschen. Aber vielleicht lohnt es sich, genau hinzusehen. Vielleicht hat diese eine Person dir diese eine wichtige Sache gesagt, die du jetzt in diesem Moment zu dieser Zeit brauchst. Vielleicht sind in den Kisten deiner Seele unter all dem Müll Dinge vergraben, die immer noch wertvoll und kostbar sind.

Ich möchte dich ermutigen: Nimm dir Zeit, genau hinzusehen.
Öffne die Kisten deiner Seele. 
Was steht auf der Kiste, die vor dir liegt? (Beziehungen? Personen? Träume? Erlebnisse?…)
Hab Mut sie zu öffnen.
Schaue hin und prüfe, was du abgeben magst, was du behalten möchtest. Nimm jeden „Gegenstand“ bewusst in die Hand und schaue, was er mit dir macht.

Mach das nicht alleine! Lade Gott ein, das mit dir gemeinsam zu tun – denn er kennt dich am besten und er ist der beste Entrümpler und kann deinen Müll kostenlos entsorgen:)